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Karneval der Kulturen in Berlin 2013

Traditionell ist Berlin nicht berühmt für karnevalistische Aktivitäten seiner Bewohner! Berlin und mit ihm das ganze protestantisch geprägte Preußen galten früher als nüchtern, sachlich und dem Trubel abgeneigt – ganz im Gegensatz beispielsweise zum katholischen Rheinland, wo in Karnevalshochburgen wie Mainz und Köln alljährlich die „Jecken“ mit dem Karneval eine „fünfte Jahreszeit“ begehen.

Aber seit einigen Jahren verfügt Berlin auch über eine Karnevalstradition! Zwar wird nicht wie im Rheinland oder auch im schwäbisch-alemannischen Raum das Ende des Winters und der Beginn der Fastenzeit begangen – die Berliner feiern ihren Karneval zu Pfingsten. Im Jahre 2013 findet der Karneval der Kulturen vom Freitag den 17.05.2013 bis zum Montag dem 20.05.2013 statt.

Berliner Karneval

Der Berliner Karneval ist ein Fast, das die wichtigsten Elemente des traditionellen Karnevals enthält, nämlich Straßenumzüge und Kostümierungen! Der Berliner Karneval trägt den Titel „Karneval der Kulturen“ und wurde von der „Werkstatt der Kulturen“, einem Verein mit Sitz im Stadtteil Neukölln, im Jahr 1996 aus der Taufe gehoben.

Die Grundidee des Festes besteht darin, die zunehmende Multikulturalität der deutschen Hauptstadt zu feiern. Zuwanderer aus zahlreichen Nationen leben in Berlin und bereichern die Stadt mit ihren Sprachen, Kulturen und kulinarischen Traditionen. In manchen der Herkunftsländer wird Karneval gefeiert, z.B. in Brasilien und Spanien. Viele Einwanderer kennen den Karneval überhaupt nicht, können jedoch mit farbenprächtigen Trachten, Musik und Tanz ihren Beitrag zu dem Fest der Kulturen leisten. Das erste Berliner Karnevalsfest wurde nur zwei Tage lang, und zwar über Himmelfahrt, gefeiert.

Seit 1997 findet das Fest vom Freitag vor Pfingsten bis Pfingstmontag statt, also vier Tage lang. Diese Konzeption erwies sich als erfolgreich: Bereits im Jahr 2000 kamen über eine Million Zuschauer zum Karneval.

Das Fest hat inzwischen seine feste Struktur: Über alle vier Tage läuft ein Straßenfest, am zweiten Tag findet der Kinderkarneval statt, und am dritten Festtag, dem Pfingstsonntag, zieht der große Straßenumzug durch Kreuzberg.

Wenn Sie noch auf der Suche nach einer Verkleidung sind, lesen Sie auch in den Kostümideen weiter.

Der Kinderkarneval: Attraktion für die kleinen Berliner

Zahlreiche Kindergruppen nehmen in fantasievollen Verkleidungen an einem Kostümumzug durch Kreuzberg teil. Der Festzug endet beim Festgelände Görlitzer Park, wo von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr am Pfingstsamstag das große Kindervergnügungsfest stattfindet. Imbiss- und Getränkestände sorgen für das leibliche Wohl der großen und kleinen Besucher, Kindergruppen treten auf Bühnen auf und führen Tänze auf, singen oder machen Musik. Für viel Spaß sorgen auch Hüpfburgen, Karussells und Trampoline.

Das Straßenfest – ein Volksfest der Kulturen

Die Berliner feiern das viertägige Straßenfest auf einem großen Areal zwischen Blücherstraße und Tempelhofer Ufer. Vier Bühnen werden auf dem Festgelände aufgebaut, wo Folkloregruppen Tanz und Gesang darbieten. Die Besucher drängen sich zwischen den Ständen, an denen Speisen und Getränke aus aller Welt verkauft werden. Dieses Straßenfest zieht sich bis in die Abendstunden hin, an den ersten drei Festtagen sogar bis Mitternacht!

Der Umzug: Höhepunkt des Festes

Der große Karnevalsumzug findet am dritten Tag des Festes, also am Pfingstsonntag, statt. Rund 5.000 Aktive aus etwa 80 Nationen beteiligen sich am Umzug. Sie tragen entweder fantasievolle Verkleidungen oder traditionelle Gewänder ihrer Heimat. Die Festwagen sind bunt geschmückt. Von vielen der Wagen erklingt Musik. Gruppen aus Europa und Südamerika nehmen genauso teil wie Afrikaner (beispielsweise Tunesier und Ghanaer) und Asiaten (Taiwanesen, Japaner, Chinesen, Thais).

Bekanntlich leben in Berlin auch viele Süddeutsche. So verwundert es nicht, dass sich immer auch eine Gruppe von Schwaben im Festzug findet, kostümiert nach allen Regeln der schwäbisch-alemannischen Fasnacht! Am Straßenrand stehen hunderttausende von begeisterten Besuchern. Manche von ihnen kommen kostümiert. Die meisten jedoch genießen dieses Fest der kulturellen Vielfalt ohne besondere Verkleidung.